Galgo Yaras geb. 2010

 

11.1.2018

 

 

11.01.2018

Es sind viele traurige Nachrichten, die wir dieser Tage erhalten und übermitteln müssen.

Vor einige Tagen mussten wir den kleinen Lalo gehen lassen. Er kam zusammen mit Yaras aus dem Süden Spaniens zu uns. Beide waren auf einem verwahrlosten Grundstück gefunden worden, Yaras seit langer Zeit an einen Baum gekettet; beide waren ohne viel Aussicht auf Hoffnung einfach ihrem Schicksal üb...erlassen worden. Doch das Leben meinte es einmal „gut“ mit ihnen, im letzten Augenblick sozusagen, und entschied, dass sie gerettet werden sollten - damit sie erfahren könnten, was es bedeutet, glücklich zu sein und zu leben.

Aber es sollte nicht sein.

Gestern wurde unsere Befürchtung bestätigt, dass Yaras, ebenso wie vor ihm schon Lalo, eine Staupeinfektion mitgebracht hatte. Heute Vormittag hat Yaras, der am Wochenende mit Atemwegsbeschwerden in die Tierklinik gebracht worden war, uns verlassen, ebenso wie ein paar Tage vorher Lalo schon.

Wir hatten nicht einmal mehr die Zeit, ihnen zu zeigen, dass das Leben nicht immer nur garstig ist.

Yaras schnupperte und suchte so gerne im Gras. Wir wünschen ihm, dass er das dort, wo er jetzt ist, nach Herzenslust tun kann und dass er die Freiheit spürt, die er nie hatte. Dass er die Menschen vergessen kann, die ihm nicht erlaubten zu leben.

Yaras und Lalo, wir werden Euch nie vergessen.

 

 

 

Update: 08.01.2018

Yaras wurde sicherheitshalber in die Klinik gebracht. da sein Freund Lalo aus noch unbekannten Gründen gestroben ist. Wir haben einen Staupentest veranlasst. Wir erwarten auf das Ergebnis. Yaras ist stabil, hat jedoch Atemwegprobleme. Er könnte Zwingerhusten haben, wie auch noch zwei andere Hunde in der Residenz.

 

 

Update 01.01.2018

Yaras Geschichte ist eine dieser vielen, traurigen, die man immer wieder zu hören bekommt und die er sicherlich mit vielen anderen Hunden aus der namenlosen Masse teilt, die täglich in die Obhut der Tierschützer gelangen, ohne dass man ihre Vorgeschichte kennt. Viele dieser Hunde sind zutiefst verunsichert, haben klare Deprivationszeichen, und sie müssen erst lernen, sich in ein „normales“ Hundeleben einzufinden.

Yaras wurde vom Tierarzt auf 7 Jahre geschätzt, aber wir glauben, dass er jünger ist, eher erst 5 Jahre alt. Er kommt aus einem Dorf im Süden Spaniens und wie erzählt wurde, wurde er dort auf einem verwahrlosten, mit Müll und Abraum übersäten Grundstück 4 Jahre lang an einer an einem Baum befestigten Kette gehalten. Sein Besitzer habe sich dort nur einmal in der Woche blicken lassen, hieß es. Dass Yaras unter diesen Umständen trotzdem überleben konnte, sei einem alten Mann zu verdanken, der ihm täglich etwas zu essen gebracht hatte.

Kurz vor Weihnachten ist Yaras in unserer Pension in Madrid angekommen. Aber es liegt noch ein weiter Weg vor ihm, kennt er bisher doch offenbar nichts von einem Leben außerhalb der Reichweite seiner Kette. Das alles macht ihm noch große Angst und verwirrt ihn sehr – die Menschen, die er nicht kennt, die anderen Hunde, die neue Umgebung. Nun ist er nicht mehr an einen Baum gekettet, sondern hat ein Dach über dem Kopf, ein weiches Körbchen, in dem er im Trockenen schlafen kann, einen Mantel, der ihn wärmen soll – aber das ist alles so ganz anders als die Welt, die er bisher kannte. In einer Hundepension ist es laut; von überall her hört man Gebelle in unmittelbarer Nähe. Das kennt Yaras nicht. Seine neu gewonnene Freiheit, wenn er in den Auslauf darf, ist so aufregend, dass er dort regelrecht unter Strom steht! So viele neue Hundebegegnungen - bisher hatte er keine Gelegenheit zu lernen, wie man angemessen damit umgeht. Darum lernt er es jetzt Schritt für Schritt, behutsam und zuerst mit seinen weiblichen Mitbewohnerinnen. Der einfühlsame Hundetrainer, der in der Pension tätig ist, hilft ihm dabei, auch die vielen kleinen Dinge, die er kennen sollte, bevor er in eine Familie ziehen kann, zu lernen, z.B. was es mit einer Leine auf sich hat, an der man neben einem Menschen herlaufen soll. Bisher kannte er ein solches Ding ja nur als Befestigungsmaterial, das ihn an seinem Baum festhielt. Noch hat er so gar keine Idee davon, was das alles soll und was man von ihm möchte.

Aber Yaras wird lernen: er wird lernen, dass die Menschen es gut mit ihm meinen und dass sie ihm zeigen wollen, wie schön das Leben außerhalb eines begrenzten Radius um einen Baum herum ist. Es wird Geduld nötig sein, aber wir sind sicher, Yaras wird es schaffen!

 

20.12.2017

Vor einigen Tagen wurden wir von Tierschutzkollegen in Spanien um Hilfe gebeten. Es ging um einen Galgo, der, wie es hieß, schon seit Jahren auf einem heruntergekommenen und mit Müll übersäten Grundstück an einer Kette gehalten wurde. Ob wir bereit wären, den armen Kerl zu übernehmen? - Natürlich waren wir dazu bereit!

Als aber die Kollegen losgingen, um Yaras, wie sie ihn getauft hatten, zu befreien, fanden sie zu ihrer Überraschung noch einen weiteren Hund dort vor: einen Bodeguero, der sich dort in all dem Gerümpel aus Schaumstoff ein Bettchen gemacht hatte. Es ging ihm offensichtlich nicht gut, er hatte eine offene Stelle am Hinterteil und sah total verwahrlost aus. Natürlich konnten sie den Kleinen nicht dort lassen, sondern nahmen ihn ebenfalls mit und tauften ihn Lalo.

Anfang letzter Woche sind Yaras und Lalo dann in unserer Pension in Madrid angekommen. Sie werden von dort aus ein Zuhause suchen. Yaras hat ganz offensichtlich keine guten Erfahrungen mit Menschen gemacht; er ist sehr ängstlich.
Der kleine Lalo wird über Vergessene Fellnasen e.V. vermittelt, aber wir leisten hier natürlich sehr gerne Vermittlungshilfe. Wer sich also vorstellen kann, einem der beiden ein Zuhause zu schenken, in dem sie geliebt werden und das Leben führen dürfen, das sie verdient haben, meldet sich bitte bei uns.

 

 

 

Update 21.12.2017

Yaras wurde leider positiv auf Leishmaniose und Ehrlichiose getestet.